Neue Sensoren liefern Daten für eine vorausschauende Straßensanierung

Wo müssen Dresdens Straßen zuerst saniert werden? Um diese Frage künftig fundierter beantworten zu können, wird das Projekt „Strategisches Erhaltungsmanagement“ im Modellprojekt Smart City Dresden weiter ausgebaut. An mehreren Standorten im Dresdner Hauptverkehrsnetz erfassen neue Sensoren kontinuierlich Daten zur Belastung der Fahrbahnen. Gemeinsam mit einer stadtweiten Straßenzustandsbefahrung entsteht so eine Datengrundlage, mit der sich der Sanierungsbedarf künftig besser prognostizieren lässt.

Aktuell wird auf der Bergstraße eine weitere Smart-City-Messstelle eingerichtet. In die Fahrbahn werden Achslast-, Temperatur- und Kontaktsensoren eingebaut. Sie messen das Gewicht der Fahrzeuge sowie die Temperaturen auf und in der Fahrbahn. Ergänzend werden vor Ort Wetterdaten wie Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Lufttemperatur erfasst. So lässt sich analysieren, wie Verkehr und Witterung die Alterung der Straßen beeinflussen.

Mit der Messstelle auf der Bergstraße geht bereits die vierte Smart-City-Verkehrsmessstelle im Stadtgebiet in Betrieb. Weitere Messstellen befinden sich auf der Tharandter Straße, der Dohnaer Straße und der Washingtonstraße. Im August folgt ein weiterer Standort auf der Stauffenbergallee, eine sechste Messstelle ist bereits in Planung. Die Standorte sind so verteilt, dass sie repräsentative Aussagen über die Verkehrsbelastung im Dresdner Straßennetz ermöglichen.

Straßenzustand wird stadtweit digital erfasst

Ergänzend zu den stationären Messstellen erfasst seit Ende Juni bis September 2026 ein Spezialfahrzeug den Zustand des gesamten Dresdner Straßennetzes. Mit hochpräziser Mess- und Kameratechnik werden Schäden wie Risse, Spurrinnen, Schlaglöcher oder Unebenheiten digital dokumentiert.

Die Kombination aus den kontinuierlich erfassten Belastungsdaten und den Ergebnissen der Straßenzustandsbefahrung bildet künftig die Grundlage für softwaregestützte Prognosen. So kann besser abgeschätzt werden, wann Straßen saniert werden sollten und welche Maßnahmen den größten Nutzen für den langfristigen Erhalt der Infrastruktur bieten.

Daten schaffen die Grundlage für eine nachhaltige Straßenunterhaltung

Ziel des Projekts ist es, Investitionen in die Straßeninfrastruktur gezielter zu planen und vorhandene Mittel möglichst effizient einzusetzen. Durch eine vorausschauende Sanierungsplanung können Baumaßnahmen besser koordiniert sowie die Anzahl und Dauer von Baustellen langfristig reduziert werden. Gleichzeitig trägt die kontinuierliche Datenerhebung dazu bei, die Prognosen über die Lebensdauer der Straßen stetig zu verbessern.